Was ist eigentlich Epilepsie?

Wir haben da mal recherchiert, folgende Informationen gefunden und diese kurz und vor allen Dingen verständlich zusammengefasst:

Bei der Epilepsie handelt es sich um eine der häufigsten auftretenden chronischen Erkrankung des zentralen Nervensystems. "Epilepsie" ist also eine neurologische Erkrankung. Weltweit sind mehr als 50 Millionen Menschen von dieser Erkrankung betroffen. Wird geschätzt. Genau kann das ja eigentlich auch kein Mensch wissen.

Woher kommt der Begriff Epilepsie?
Das Wort "Epilepsie" kommt aus dem griechischen = epilepsis/epileptos bzw. Epilambanein und/oder aus dem lateinischen = epilepsia und bedeutet soviel wie "Überfall, ergriffen werden, überwältigt werden, gepackt werden" oder "von etwas erfasst sein".

Geschichte der Epilepsie:
Kaum eine Krankheit hat im Laufe der Jahrhunderte so viele Bezeichnungen erhalten wie die "Epilepsie". Im Altertum sprach man hauptsächlich von der Fallsucht, aber man nannte "Epilepsie" auch die bennu-Krankheit, böse Staupe oder Lunaticus. Man war davon überzeugt, ein Epileptiker sei von Geistern und Dämonen besessen.
Im Mittelalter nannte man die "Epilepsie" unter anderem schüttelnde Gottesstrafe, im 18ten Jahrhundert wurde "Epilepsie" als Ausdruck von Zorn und Zank gesehen, im 19ten Jahrhundert dachte man noch, "Epilepsie" wäre ansteckend und um 1920 war man allen Ernstes davon überzeugt, Menschen mit athletischem Körperbau besäßen einen vermehrten Hang zur "Epilepsie".

Um nur einige wenige Beispiele zu nennen...
Erst nach 1920 entwickelte sich die Wissenschaft und Technologie so weit, dass man endlich mehr über die Erkrankung erfuhr und auch verstand. Wenn man also genau darüber nachdenkt, ist das Wissen über eine der am längsten auf der Welt bekannten Krankheiten eigentlich noch gar nicht so alt! Und noch lange nicht endgültig erforscht. Wichtig ist deshalb noch einmal zu erwähnen, dass "Epilepsie" weder etwas mit Besessenheit noch mit Geisteskrankheit noch mit "blöd" zu tun hat.

Um sämtliche Mythen einfach mal direkt im Keim zu ersticken.
Dies beweisen in der Geschichte nicht zuletzt viele prominente Beispiele. Vincent van Gogh, Julius Caesar, Napoleon, Alfred Nobel, Sokrates, Jeanne d'Arc und Alexander der Grosse. Über alle wird gesagt, dass sie an "Epilepsie" gelitten haben sollen. Das hilft zwar niemandem so wirklich weiter, macht aber klar, dass man mit und trotz "Epilepsie" ein durchaus abenteuerliches, spannendes aber auch nachhaltiges und vor allem normales Leben führen kann.
Unterschieden werden muss zwischen der Erkrankung "Epilepsie" und einem "epileptischen Anfall". Ein "epileptischer Anfall" entsteht durch eine plötzlich Aktivitätssteigerung der Nervenzellen im Gehirn, ähnlich wie bei einem Gewitter. Eine Störung des Gehirns, die durch eine kurz andauernde vermehrte Entladung von Nervenzellen zustande kommt. Tritt dieses Ereignis einmalig auf, bedeutet es allerdings noch nicht, dass man "Epilepsie" hat. Ein einzelner "epileptischer Anfall" bedeutet also noch keine "Epilepsie". Treten jedoch innerhalb von 24 Stunden mindestens zwei oder mehr nicht provozierte epileptische Anfälle ohne ersichtliche Ursache auf, spricht man von einer "Epilepsie". Die Diagnose "Epilepsie" bedeutet also eine chronische Erkrankung. Was jedoch wiederum nicht bedeuten muss, dass diese ein ganzes Leben lang andauert.

Und um das ganze noch einmal kurz und bündig und ziemlich wissenschaftlich zusammenzufassen:
Neurophysiologisch besteht bei einer "Epilepsie" ein Ungleichgewicht zwischen der Glutamat- und GABA-Wirkung auf Neuronen eines einzelnen Hirnrindenareals oder der gesamten Hirnrinde. Dies führt je nach betroffenem Bereich zu sensiblen, sensorischen und/oder motorischen Störungen.

Kurz gesagt:
ein Ungleichgewicht bei der Entladung von Nervenzellen im Gehirn, vergleichbar mit einer Art Kurzschluss, führt bei zu Anfällen neigenden Menschen zu einem "epileptischen Anfall". Seine Erscheinungsform und Stärke ist dabei vom jeweils betroffenen Areal im Gehirn abhängig.

Noch Fragen?
Fragt euren Arzt und durchforscht das Internet. Glaubt aber nicht immer alles was man so liest und hört!